Historie

125 Jahre Vereinsgeschichte  im Jahre  2003

 

Das Amts- und Anzeigeblatt -Der Grenzer- schreibt am 06. September 1878 folgende Worte: „Zur Freude des Publikums sang der Männergesangverein Reichenbach beim Fest zur Einweihung der Fahne des Militärvereins am 01. September in Besenfeld“.

 

Diese Zeilen sind der erste Nachweis vom Bestehen des Männergesangvereins. 19 Sänger und einige passive Vereinsangehörige zählte der Verein zu jener Zeit, die Singstunden wurden in den Gastwirtschaften der Gemeinde abgehalten. Als Mitgliedsbeitrag zahlte der Sänger pro Monat 10 Pfennig. Für eine versäumte Singstunde waren 30 Pfennig als Versäumnisstrafe in die Vereinskasse zu zahlen, dies entsprach damals dem Wert von 1,5 Liter Bier. Mit dieser Strafgebühr von damals, begleicht der Sänger von heute seine Getränkerechnung bei der Einkehr nach der Singstunde.

Aus dem Kassenbuch von 1881 entnehmen wir die Jahreseinnahme von 84,85 Mark, die Ausgaben betrugen 34,80 Mark, der Kirchengesangverein wurde mit 1,60 Mark im Jahr bezuschusst und damit die Kameradschaft nicht zu kurz kam, wurde aus der Vereinskasse von Zeit zu Zeit ein Fass Bier spendiert.

 

Alte Fuhrlohnrechnungen belegen, dass die Sänger von Reichenbach immer wieder einen Ausflug nach Huzenbach, Schwarzenberg und Obertal unternommen um dortige Sängerfreundschaft zu pflegen. Neben dem Volkslied wurde zur damaligen Zeit das vaterländische Lied gesungen, das der engen Verbindung zu den Militärvereinen festigte.

 

Durch den 1. Weltkrieg wurde die rege Vereinstätigkeit für 6 Jahre unterbrochen. 1920 haben sich wieder die mit Glück aus dem Krieg heimgekehrten Sänger und andere Mitbürger den Gesangverein neu erstehen lassen. Als 1. Vorsitzender wurde Fritz Haist berufen, der sein Amt nach einem Jahr an Georg Frey weitergab. 1922 übernahm Wagner Friedrich Frey die Führung des Vereins Dirigent war Lehrer Engel, ihm folgte ein Lehrer Fischer und bald darauf übernahm Lehrer Albert Längst den Taktstock im Männerchor. Damit hatte der Verein zwei tatkräftige Männer an der Vereinsspitze und konnte zuversichtlich in die zwanziger Jahre starten. Im Jahr 1927 wurde für 700,-- RM eine Vereinsfahne gekauft, den größten Teil dieser Summe 500,-- RM übernahm Sägewerksbesitzer Fritz Haisch. Im selben Jahr beging der Verein noch das Fest der Fahnenweihe, das mit einigen Fotos vom Festablauf heute im Vereinsalbum zu bestaunen ist.

Dem damaligen Sänger Schreinermeister Reinhold Schneider haben wir es heute zu verdanken, dass die Vereinsfahne beim Einmarsch der französischen Wehrmacht 1945 nicht gefunden wurde und somit vor der Zerstörung bewahrt wurde. Durch eine doppelte Rückwand im Notenschrank mit Geheimtüre wurde die Fahne die den Wahlspruch „Rein im Sang und treu im Wort“ trägt in unsere Zeit hinübergerettet.

 

In den darauffolgenden Jahren besuchte der Männergesangverein jedes Gauliederfest im Kniebisgau und nahm an Preissingen teil. Vereinsausflüge und Sängerfeste waren immer die Höhepunkte der Sänger. 1937 beteiligte man sich gar am 34. Schwäbischen Liederfest in Stuttgart, worüber der von 1937 bis 1974 tätige Schriftführer Karl Seid ausführlich berichtet.

 

Durch den 2. Weltkrieg wurde das Vereinsleben wieder unterbrochen, die Sänger wurden wieder zu den Waffen gerufen. Erst im Jahr 1947 wurden Neugründungen von Vereinen durch die französische Besatzungsmacht wieder genehmigt.

 

Bei der Wiedergründungsversammlung am 20. September 1947 wurden gewählt:

·         Vorsitzender Friedrich Frey

·         2. Vorsitzender Fritz Calmbach

·         Schriftführer Karl Seid

·         Kassier Friedrich Kappler

·         Sängerkassier Ernst Teufel

 

Dem Ausschuss gehörten die Brüder Eugen und Alfred Großmann, Fritz Mast und Eugen Ruoß an. Chorleiter wurde wieder Albert Längst. Ein Jahr später 1948 legte nach 26-jähriger Amtszeit der Vorsitzende Friedrich Frey sein Amt nieder. Zu seinem Nachfolger wurde Georg Springmann gewält, der als „Dosche“ bei der Bevölkerung bis heute noch im Gedächtnis ist.

 

1949 wurde zum 1. Mal eine vorweihnachtliche Feierstunde am Christbaum beim Rathaus abgehalten, welche seither alljährlich vielen Menschen Freude schenkt. Am 25. August 1951 wurde im Sonnensaal der 1. Heimatabend „Klosterreichenbach singt und spielt“ für Sommergäste und Einheimische abgehalten und 1 Jahr später waren erstmalig 3 Trachtenpaare der jungen Trachtengruppe unter der Regie von Frau Alice Blessing mit im Programm.

 

Nach 30-jähriger Dirigententätigkeit übergab 1955 Albert Längst den Taktstock an seinen Nachfolger Schulleiter Kurt Moll. Für das Dreigespann Springmann- Moll- und Blessing wurde es in den folgenden Jahren zur Selbstverständlichkeit als Abordnung des Vereins bei Bundes- und Gauversammlungen teilzunehmen. Mitten in seiner fleißigen Tätigkeit als 1. Vorsitzender verstarb Georg Springmann 1967, als Nachfolger wurde 1968 Christian Kallfaß zum 1. Vorsitzender gewählt. In seiner 15-jährigen Amtszeit musste auch er mit seinem Männerchor durch Tiefen und Höhen gehen. Im Februar 1974 verstarben innerhalb von 2 Tagen Schriftführer Karl Seid und Ausschussmitglied Carl Braun, neuer Schriftführer wurde Reinhold Blessing.

 

Ein ganz besonderes Ereignis für den Verein war das 100-jährige Vereinsjubiläum, das wegen der Fußballweltmeisterschaft nicht 1978 sondern auf 1979 verlegt wurde. Für dieses Fest wurde der Gesangverein in eine einheitliche Sängerkleidung gekleidet. Mit grauer Hose, dunkelblauer Jacke und roter Krawatte zeigen sich die Sänger auf dem Foto für das Jubiläum. Höhepunkt der Festtage vom 29. Juni bis 01. Juli war der Festzug, der am großen Festzelt beim Sportplatz endete. Die Verleihung der Zelterplakette vom deutschen Sängerbund durch Landrat Maurer war die höchste Auszeichnung, die ein Gesangverein empfangen kann. Heimatabende, Kurkonzerte, Ständchensingen, das Mitwirken bei der Gefallenengedenkfeier am Volkstrauertag, singen beim Weihnachtsgottesdienst, Christbaumsingen, singen in Seniorenheimen und vieles mehr stehen im Terminkalender der Sänger.

 

Ein tiefer Schlag für den Verein war der Tod von Chorleiter Kurt Moll am 28. August 1981. Alfons Hehl aus Baiersbronn sprang damals in die Bresche und dirigierte den Chor 2 Jahre. Bei der Jahreshauptversammlung am 26. Februar 1983 wurde die gesamte Vorstandschaft erneuert.

·         1. Vorsitzender Fritz Gaiser

·         2. Vorsitzender Fritz Frey

·         Schriftführer Willy Luippold

·         Kassier Heinz Pesavento

 

Dieses Team führte erfolgreich die Tradition des Vereins in die Zukunft. Es wurde zur Selbstverständlichkeit, dass alle 2 Jahre in der Reichenbachhalle eine Jahresfeier mit Theaterstück durchgeführt wurde. Bei der Jahresfeier am 26. November 1983 übergab Alfons Hehl den Taktstock an Burkhard Eulberg, der bis heute den Männerchor mit großem Können und viel Einsatz führt.

Mit Reinhold Blessing der als Vizedirigent immer wieder gefordert wurde, war der Chor immer singfähig. Es war für die Sänger ein schwarzer Tag, als sie ihren Kameraden Reinhold Blessing nach 52-jähriger Vereinszugehörigkeit am 03. September 2001 zu Grabe trugen. Genauso traurig war es am 23. August 2002 auf dem Friedhof in Heselbach, als es hieß vom Sängerkameraden Helmut Finkbeiner Abschied zu nehmen.

 

Nun sind die die 125 Jahre der Vereinsgeschichte an der Schwelle zum Jubiläumsjahr angekommen und 24 Sänger mit ihrem Chorleiter, sowie 28 passive Mitglieder freuen sich auf die Festlichkeiten im Jahr 2003.

 

Ich hoffe, dass es mir gelungen ist die wesentlichen Ereignisse anschaulich festzuhalten und sie für die Zukunft weiter geben kann, denn der Männergesangverein Klosterreichenbach e. V. ist auch ein Teil der kulturellen Geschichte von unserer Ortschaft.

Mit dem 140-jährigen Jubiläum beendet der Männerchor seine aktive Konzerttätigkeit und übergibt diese an das im Jahr 2018 neu gegründete Männerensemble Klosterreichenbach unter der Leitung von Michael Hegenauer.

Der Männerchor trifft sich noch zweimal im Monat zum geselligen Beisammensein und Singen in gemütlicher Runde. Hierbei werden die Klassiker und Lieblingslieder der Männerchorliteratur gepflegt.

 

 

TonArt

Der gemischte Chor TonArt  Klosterreichenbach wurde 2003 von Burkhard Eulberg als Eltern/Lehrer Chor für ein Schulfest der Grund und Hauptschule Klosterreichenbach ins Leben gerufen. Von da an musizierte der Chor 3 Jahre unter dem Namen Just 4 Fun.

Nachdem Burkhard Eulberg seine Chorleitertätigkeit beendete ruhte der Chor für 2 Jahre.

Im Jahr 2008 gründete der MGV Klosterreichenbach zum 130 jährigen Jubiläum einen Projektchor. Dieser Chor benannte sich nun TonArt Klostereichenbach und trat 2009 in den MGV Klosterreichenbach ein. Die Leitung übernahm den Chordirektorin Elisabeth Gliosca-Benz.

Das Liedgut bewegt sich von Pop-Klassikern über Gospel bis zu klassischen Stücken. Der Vortrag erfolgt meist accapella.

 

Männerensemble Klosterreichenbach

Zum 140-jährigen-Jubiläum gründete sich im Verein ein neues Männerensemble, das die konzertante Tätigkeiten des Männerchores weiterführt. Aktuell singen 11 Männer ausschließlich A-Cappella.